Aktuelles
11.03.2010
Neue Generation tritt an
KREIS SOEST. Der FDP-Bezirksverband Westfalen-Süd ist nicht nur der kleinste von neun dieser Parteigliederungen in NRW, sondern kann seit Dienstagabend noch mit einer weiteren Besonderheit aufwarten.
Beim Bezirksparteitag im Hotel Rasche-Neugebauer in Bad Sassendorf formierten die Liberalen aus den Kreisen Soest und Unna, aus dem Hochsauerlandkreis sowie der Stadt Hamm den geschäftsführenden Vorstand fast komplett neu.
Bezirksvorsitzender und Nachfolger des FDP-Bundestagsabgeordneten Jörg van Essen MdB (62) ist jetzt der Chef der Liberalen im Kreis Soest und Landtagsabgeordnete Christof Rasche. Der 47- jährige Erwitter wurde ebenso mit überwältigender Mehrheit gewählt wie seine neuen Stellvertreter Christoph Dammermann (Kreisverband Unna) und Hans- Werner Ehrenberg (Hochsauerlandkreis). Als neuer Schatzmeister fungiert Martin Bick (Unna). Während schon der Bezirks-Chef, seine beiden Vize und der Schatzmeister den Generationswechsel dokumentieren (sie alle sind jünger als 50 Jahre), setzt Julian Kirchherr noch eins drauf. Der erst 20- jährige FDP-Kreistagsabgeordnete aus Werl bleibt Schriftführer, nachdem er das Amt bereits 2009 übernommen hatte.
Der bisherige Bezirksvorsitzende Jörg van Essen aus Hamm, er zählt als parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion zu den einflussreichsten Liberalen in Berlin, zog zum Abschied eine positive Bilanz. „Der Bezirksverband hat immer zusammengehalten und versteht, sein Gewicht auf Landesebene einzubringen“, so van Essen. Rasche sei ein Garant dafür, dass das auch künftig so bleibe.
Der Generationswechsel komme zur rechten Zeit. Erfreulich sei, dass sich die Mitgliederzahl seit März 2009 von 1084 auf 1206 erhöht habe. Zwar stehe die FDP in den Medien „unter Feuer“, wie der Bundespolitiker mit Blick auf den zuletzt heftig attackierten Außenminister Guido Westerwelle formulierte. Das schweiße die Partei aber eher zusammen.
Im Gegensatz zu früher könnten sich die Liberalen inzwischen auch auf eine Stammwählerschaft von sieben bis acht Prozent verlassen. „Wir haben Substanz“, rief van Essen aus, der seit 1992 Bezirkschef war. Die rund 80 Delegierten erhoben sich nach der Rede von den Sitzen, um van Essen zu applaudieren. Sein Nachfolger rief die Parteifreunde zu einem beherzten Landtagswahlkampf auf. „Rot-Rot-Grün in Düsseldorf besteht sehr wohl als Option“, warnte Rasche, der auch Vize-Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion ist. Der Bezirkschef erinnerte daran, dass es bei der Landtagswahl am 9. Mai erstmals eine Zweitstimme gibt. „Das wird ein Koalitionswahlkampf.“ Als Hauptgegner definierte er die Grünen mit ihrer, so Rasche, Blockadepolitik. Die FDP sei „die einzige Partei der Mitte“.
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